Die Anfänge der Mühle findet man bereits im 14. Jahrhundert, erwähnt in einer Urkunde von Peter I. von Rosenberg. Eine spätgotische Bauphase wird in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts vermutet. Ein grundsätzlicher Umbau im Stil der Spätrenaissance erfolgte in den Jahren 1608-1611. Dieser Umbau wird in historischen Quellen ungewöhnlich ausführlich belegt. Im Jahre 1780 wurde eine umfangreiche Instandsetzung des Objektes durchgeführt. Um 1880 wurde das Tor der Stadtbefestigung, das zwischen der Mühle und dem gegenüberliegenden Haus Nr. 89 gestanden hatte, als letztes Tor der Stadt niedergerissen.
Die ehemalige Untertanenmühle “Unter der Burg“ gehört zu den ältesten Gebäuden in Böhmisch Krumau. Sie wurde bereits in der Urkunde (Grundprivileg der Stadt) von Peter I. von Rosenberg im Jahre 1347 erwähnt. Seit 1514 wird die Parzelle Nr. 80 ausdrücklich als bebaut geführt. Im Jahre 1596 verzichtete Peter Vok von Rosenberg zu Gunsten der Gemeinde auf Untertanengeld. Dadurch wurde die Mühle zur Stadtmühle. Der erste Müller der Stadt war Mates Schemerle. Im Jahre 1782 war der Müller Antonin Postel der erste Eigentümer der Mühle, der sich den Besitz jedoch mit der Obrigkeit und den Grundstücksherren teilen musste. Damals wurde das heutige Objekt Nr. 80 von der Nr. 82 und anderen Gebäuden na Ostrove (auf der Insel) getrennt. Zur Mühle gehörte auch ein Wehr. Nach 1850 war die Mühle in Privatbesitz.
Nach einer Legende sollte ein Wassergeist diese Mühle beschützen, der sich um die Perlmuscheln und Perlen kümmern sollte. Von einigen wurde er auch “Perlmännchen“ genannt. Nach einem Märchen waren seine Kleider mit vielen schönen Regenbogenperlen geschmückt. Manchmal erlaubte er, die Perlen auf der Insel zu fischen. Wer eine besonders große und schöne Perle finden wollte, musste das Perlmännchen darum bitten. Wer nicht darum bat, der fiel entweder ins Wasser oder konnte die Muschel nicht öffnen, es stieß ihm etwas Unangenehmes zu oder aber er verlor die Perle.
Ein zweites Märchen erzählt, dass die Mühle in große finanzielle Schwierigkeiten geriet und seine Bewohner von Krankheiten heimgesucht wurden. Die Müllerin konnte diese Katastrophen nicht mehr ertragen. Verzweifelt saß sie am Fluss und suchte dort Kraft. Die Tränen rannen ihr über die Wangen. Da erschien ihr ein kleines hübsches Jungferchen. Es fing die Tränen in einem kleinen Schürzchen auf und rief; ,,Hör auf zu weinen! Alles wird gut.“ Die Tränen verwandelten sich in Perlen und das Jungferchen riet der Müllerin, was sie mit den Perlen tun sollte und dass sie auch nicht die Armen, die Hilfe benötigten, vergessen durfte. Kurze Zeit später kehrten Ruhe, Behagen und Glück in die Mühle zurück.
Nach einer umfangreichen Rekonstruktion ist hier ein Stilrestaurant mit Terrasse am Moldauufer entstanden. Im 1. Stockwerk befindet sich eine Galerie mit einer Ausstellung von Bildern und Grafiken der Krumauer Maler Wilhelm Fischer und Bohuslav Coufal und anderen alten Bildern verschiedener Genres von verschiedenen Künstlern. Bestandteil der Galerie ist auch ein Museum mit historischen Fahrzeugen (Automobile, Motorräder, Fahrräder), Uhrwerken, Dampfmaschinen und anderen interessanten Antiquitäten.
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